IntelliOPS – spart Zeit und Aufwand

Marc Tissot van Patot ist als Functional Coordinator am Amsterdamer Flughafen Schiphol in den Niederlanden für das Informationsmanagement am Flughafen zuständig. Wir hatten vor kurzem die Gelegenheit, mit Marc Tissot van Patot über die neueste IntelliOPS-Version und deren Einsatz am Flughafen Amsterdam Schiphol zu sprechen. Das Fazit vorab: IntelliOPS unterstützt die Planung und Überwachung sowie die Dokumentation und Berichterstattung und spart Ressourcen.  

Marc entdeckte seine Leidenschaft für hochentwickelte IT-gestützte Prozesse bereits im Rahmen seiner vorherigen Tätigkeit im Logistik- und Transportmanagement bei der PostNL. 2017 fing er in Schiphol an und ist heute für das Anwendungsmanagement verantwortlich. In dieser Eigenschaft beaufsichtigt er Anwendungen im Zusammenhang mit Gepäck, Planung und Prognosen sowie allgemein den luftseitigen Betrieb betreffend. Am Flughafen Schiphol hat man viel Erfahrung mit Telematiklösungen. Bereits in den neunziger Jahren wurden erste Anwendungen eingesetzt. Nun ist kürzlich die Umstellung auf die neueste IntelliOPS Version erfolgt.  

lntelliOPS bietet ein breites Spektrum praktischer Funktionen – auf dem Flughafen Schiphol nutzen das Winterdienst-Team und der Tower die Plattform in erster Linie für das Einsatzmanagement. Mit IntelliOPS kann der Einsatzablauf kontinuierlich verfolgt und die Winterflotte in Echtzeit beobachtet werden, sodass ein sofortiges Eingreifen bei Abweichungen vom Einsatzplan möglich ist. «Ändern sich die Witterungsbedingungen, dann müssen wir in enger Zusammenarbeit mit dem Tower und dem Bodenbetrieb mit dem Besprühen der Start- und Landebahnen und der Schneeräumung beginnen – und dies in der Regel innerhalb kürzester Zeit», erklärt Marc. «Stellen Sie sich vor, diese Einsätze müssten vom Tower aus via Mobiltelefon und auf Sicht koordiniert werden! Das wäre nicht nur aufwendig, sondern vor allem auch fehleranfällig. Wir haben uns dafür entschieden, solche Risiken soweit wie möglich mit Hilfe digitaler Lösungen zu vermeiden, und das ist uns mittlerweile weitgehend gelungen.» IntelliOPS hat sich zu einem wichtigen Element für das Winterdienst-Team entwickelt und ermöglicht es dem Management, Entscheidungen schneller zu treffen. Dies ist nicht zuletzt darauf zurückzuführen, dass der Betrieb hauptsächlich von der Winterdienst-Zentrale aus gesteuert wird, die mit grossflächigen Videowänden ausgestattet ist. Es versteht sich von selbst, dass die Zusammenarbeit mit den anderen Leitstellen von entscheidender Bedeutung ist. Die Möglichkeit, vom Tower aus die Vorgänge live und am Bildschirm zu überwachen, ist ebenfalls sehr hilfreich. «Wir sehen mehr und wir haben einen besseren Überblick! Das System ist insgesamt intuitiver geworden», sagt Marc, und weist darauf hin, dass es noch Funktionen gibt, die er sich für die nächste Version der Plattform wünscht. Neben dem breiteren Funktionsspektrum denkt man in Schiphol bereits weiter und prüft, ob und in welcher Form IntelliOPS mit dem Data Warehouse der Schiphol-Gruppe und den eigenen GIS-basierten Kartenservern verbunden werden kann.  

Marc Tissot van Patot, Functional Coordinator am Amsterdamer Flughafen Schiphol in den Niederlanden

Der Mensch hat immer noch das Sagen, aber das System erweist sich als wertvolle Unterstützung 

IntelliOPS unterstützt in wesentlichem Umfang die Dokumentation und Berichterstattung an externe Behörden. Dieser früher sehr zeitaufwendige Prozess bindet heute kaum noch Ressourcen. So überträgt IntelliOPS zum Beispiel Daten an andere interne Systeme am Flughafen Schiphol, die dann für die Berichterstattung an die niederländische Wasserbehörde verwendet werden. Marc ergänzt hierzu, dass zahlreiche Daten und Berichte auch intern ausgetauscht werden und als Basis für die Abrechnung von Dienstleistungen dienen, wenn Subunternehmer an Arbeiten beteiligt sind. 

Screenshot eines Applikationsmoduls auf IntelliOPS

Und die Fahrer? Sie tragen eine grosse Verantwortung und verfügen über sehr wertvolle Erfahrung. Sind es in der Zukunft die Systeme, die ihnen sagen werden, was zu tun ist? «Nein. Nach wie vor haben die Menschen im Tower, in der Einsatzzentrale und am Boden die Kontrolle. Wir haben auch Sprüh- und Räumungsszenarien für bestimmte Situationen erarbeitet, die uns dabei unterstützen, die Einsatzzeit zu reduzieren und die Überwachung in Kombination mit Live- und/oder historischen Daten von IntelliOPS zu erleichtern. Diese Szenarien werden von unserer Winterdienstabteilung mit der Unterstützung routinierter Fahrer kontinuierlich verbessert, da deren praktische Erfahrung bei der Entwicklung zuverlässiger neuer Einsatzszenarien unerlässlich ist.» 

Müsste der Betrieb in Schiphol bei einem plötzlichen Ausfall des Systems eingestellt werden? «Nein, auf keinen Fall!» Marc weist darauf hin, dass alle erforderlichen Abläufe auch manuell erfolgen können. Nichtsdestotrotz liegen die Vorteile des Systems klar auf der Hand. «Meines Erachtens ist IntelliOPS in Kombination mit anderen Systemen, wie z. B. Wetteranwendungen, extrem wichtig. Es spart uns eine Menge Zeit und Aufwand. Mit IntelliOPS können wir fundiertere und schnellere Entscheidungen treffen.» Marc ist fest davon überzeugt, dass Digitalisierung und Daten für die zukünftige Entwicklung des Flughafens von entscheidender Bedeutung sind. Seines Erachtens ist es zudem wichtig, dass der Flughafen bei Kaufentscheidungen im Hinblick auf Ausrüstung und Fahrzeuge unabhängig bleibt, damit die jeweils optimal zugeschnittene Lösung erworben werden kann. Voraussetzung hierfür ist, dass Systeme für die Verarbeitung von Daten unterschiedlicher Fahrzeuge und Hersteller ausgelegt sind, wie es bei IntelliOPS von Anbeginn berücksichtigt wurde. 

Amsterdam Airport Schiphol gehört in Europa zu den grössten Flughäfen gemessen am Passagiervolumen (Foto: Amsterdam Airport Schiphol)

Gute Partner haben stets eine Überraschung in petto 

Marc hat eine klare Vorstellung davon, was eine solide Geschäftsbeziehung ausmacht. Er erläutert: «Wir erwarten von unseren Partnern, dass sie den Begriff ‹Partner› ernst nehmen, sich aktiv einbringen, uns aus eigener Initiative auf Probleme aufmerksam machen und entsprechende Verbesserungen vorschlagen. Darüber hinaus erwarten wir lösungsorientiertes Denken und Arbeiten, denn in unserem Metier gilt es, ständig neue Herausforderungen zu meistern.» Mit Blick auf zukünftige Herausforderungen und zusätzliche IntelliOPS-Funktionen wollten wir natürlich wissen, ob und inwieweit IntelliOPS neben dem Winterdienst auch die Abläufe in den wärmeren Monaten, wie z. B. beim regelmässigen Kehren, erleichtern kann. Einige Funktionen werden bereits zur Unterstützung der FOD-Dokumentation und -Berichterstattung genutzt. «Diese Einsätze sind jedoch etwas weniger komplex, daher ist die proaktive Planung von Kehrrouten weniger dringend», erläutert Marc Tissot van Patot. «Aber ich sehe durchaus Potenzial, das System in stärkerem Umfang zu nutzen. Wenn wir unsere Partnerschaft wirklich ernst nehmen, dann werden wir sicherlich auch immer wieder positive Überraschungen füreinander bereithalten.» 

Wir danken Marc Tissot van Patot und dem Amsterdamer Flughafen Schiphol herzlich für das Interview und die uns hierfür zur Verfügung gestellte Zeit. 

IntelliOPS bietet Flughäfen auch Unterstützung, die weit über das Einsatzmanagement hinausgeht

Zahlreiche Flughäfen auf der ganzen Welt sehen sich mit einer wachsenden Anzahl gesetzlicher Auflagen konfrontiert. Insbesondere Umweltschutzvorschriften und die Dokumentation der Art und Menge der im Betrieb eingesetzten Chemikalien sind von grosser Bedeutung. Darüber hinaus setzen sich immer mehr Flughäfen ambitionierte Ziele in Bezug auf ihre CO2-Emissionen. Zwar ist der Emissionsanteil der Winterdienstflotte im Vergleich zu dem der Flugzeuge eher gering. Wenn es um die Erstellung von CO2-Bilanzen sowie die Emissionsreduktion und -überwachung auf Flughäfen geht, kann sich IntelliOPS jedenfalls als wertvolle Unterstützung erweisen.